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Bundesfilmfestival Fantex

Kritiken zu „Das Diktat der Bilder“:
Rainer Drews

„Es macht natürlich Spaß diesen Film zu sehen. Also da fallen mir ganz viele kleine Zitate ein - von Metropolis oder Clockwork Orange bis hin zu Kafka. Es gibt hier ganz viele Versatzstücke mit denen der Autor spielt und es macht cineastisch eine Freude da zuzuschauen. Der Film ist surreal und hat dennoch einen sehr ernsten Hintergrund. Ich denke, wir alle neigen dazu, uns den Bildern der Medien wirklich anzuvertrauen. Das Ganze wird sehr abstrahiert und in einer Art, wie man Stummfilme in den 20er Jahren gemacht hat, dargestellt, um das Ganze nochmal zu verfremden und zu abstrahieren. Und was wir dann sehen, sind auch wieder Bilder, denen wir in dem Moment auch trauen und vielleicht sollen wir diese auch wieder hinterfragen.“

 

Jürgen Richarz

„Und da fängt es dann für mich an interessant zu werden, nämlich, das löst er ja so ein bisschen auf und schlägt regelrecht Keile dazwischen, indem er uns nämlich immer wieder die Welt der Bilder und die Filmzitate wegnimmt und sagt: 'so jetzt kommt wieder ein Schriftstück und jetzt erzähl ich euch erstmal was eigentlich in den Bildern erzählt werden würde, wenn ich es in den Bildern erzählen würde, aber ich erzähle euch was ganz anderes'. Also dieses Surreale, sich damit der Welt der Bilder oder dem Diktat der Bilder zu entziehen, fand ich sehr interessant. Vielleicht liegt es an der Entfernung, aber dann hätt' ich ja auch gern den Text zu Ende gelesen, der schien nämlich interessant zu sein. Aber vielleicht soll man auch das nicht können.“


Dr. Helmut Ludwig

„Also ich muss sagen, bei diesem Film hab ich eigentlich nur ein Bedürfnis zu sagen: 'Dass ist ein richtig guter Experimen- talfilm'. Was soll man jetzt noch sagen. Also so muss Experi- mentalfilm sein, der funktioniert, ohne dass man nachdenken muss, warum der funktioniert, er funktioniert einfach. Ich brauch' nicht den Kopf anzustrengen. Ich möcht' ihn einfach nur nochmal sehen und nochmal sehen und immer wieder sehen. Das ist für mich große Kunst.“


Dr. Jörg Herrmann

„Er funktioniert ja deshalb, weil er uns sovieles Bekanntes an die Hand gibt, was er gleichzeitig wieder 'ad absurdum' führt. Wir glauben endlich einen Faden gefunden zu haben und denken 'Aha, nein wieder nicht' und das ist wirklich ein Experiment, diesen Mechanismus zu schaffen, der frei ist von der Dramaturgie der herkömmlichen Erzählung, der wirklich frei ist von Anfang, Mitte, Ende - der Anfang, Mitte, Ende neu erfindet, anders setzt und hier gar nicht die Aufgabe stellt das nachzuvollziehen, sondern die Aufgabe stellt mich selbst zu befragen, anhand dieser Situation. Die Methode, dass der Stummfilm mit den Zwischentiteln eigentlich immer das vorab Erzählte, was anschließend kommen sollte, war ja wunder- schön, und ich vermute jetzt fast, dass es vom Autor beab- sichtigt war, dass man so schnell lesen musste, um nicht darüber nachdenken zu können.“


Jürgen Richarz

„Also ich fand dieses Spielerische sehr interessant, dass einerseits Realbilder gezeigt wurden, und diese dann wieder verfremdet wurden und dann waren das wieder Bilder von Bildern. Also wirklich mit Bildern zu spielen und uns einfach nicht in Ruhe zu lassen, dass wir uns auf eine Betrachtungs- weise einlassen konnten, sondern kaum waren wir in einer Be- trachtungsweise drin, wurden wir auch schon wieder raus- gezogen. Das fand ich sehr interessant.“

Auszeichnungen:

- Silbermedaille
- Qualifikation für die Deutschen Filmfestspiele in Hamburg